2016 kl Weissenborn mdeutsch

Erster Juniorprofessor am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie will neue Enzyme entwickeln

Ab dem 1. November 2016 übernimmt Herr Martin Weissenborn die Juniorprofessur Bioorganische Chemie in gemeinsamer Berufung des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Fokus seiner Forschungsarbeiten am IPB werden Enzyme stehen. Enzyme sind Katalysatoren aller Stoffwechselreaktionen in jeder lebenden Zelle. Der promovierte Chemiker wird sich mit der Entwicklung von neuen Reaktions- und Enzymklassen befassen. Dafür will er bereits bekannte Enzyme nach neuen, noch unbekannten Eigenschaften durchforsten. Substanzen, die in der Natur nicht oder sehr selten vorkommen, sollen dabei mit den Enzymen in Verbindung gebracht und ihnen als Reaktionspartner (Substrate) angeboten werden. Da die Enzyme in ihrer natürlichen Umgebung – in lebenden Zellen – zu diesen speziellen Substraten normalerweise keinen Zugang haben, erhofft man sich neue Reaktionen und gegebenenfalls die Entstehung noch unbekannter Substanzen mit interessanten nutzbringenden Eigenschaften aus diesem Zusammentreffen. Mit Hilfe von biotechnologischen Methoden sollen später das Finden und die Selektion der interessantesten und aktivsten Enzyme erleichtert werden.

Gleichzeitig ist Herr Weissenborn einer von fünf Nachwuchsgruppenleitern des Leibniz Research Clusters Bio/Synthetische multifunktionale Mikroproduktionseinheiten – Neuartige Wege zur Wirkstoffentwicklung.  Im Leibniz Research Cluster wird er verschiedene Enzyme für die zellfreie Biosynthese von Wirkstoffen optimieren. Da die natürlichen Ressourcen für viele der auch medizinisch interessanten Verbindungen begrenzt sind, sollen im Cluster neue Wege zur biokatalytischen Herstellung von Wirkstoffen und deren Derivaten entwickelt werden.

Der Leibniz Research Cluster (http://www.leibniz-research-cluster.de) wurde 2015 als Verbundprojekt der Leibniz-Gemeinschaft ins Leben gerufen. Er bündelt die Expertise von fünf Leibniz-Instituten und wird im Rahmen der Initiative Nächste Generation biotechnologischer Verfahren – Biotechnologie 2020+ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 5,5 Millionen Euro finanziert. Der Strategieprozess 2020+ hat sich zum Ziel gesetzt, neuartige biotechnologische Verfahren für die Produktion von wirtschaftlich interessanten Verbindungen zu entwickeln. Dafür und auch für die beschleunigte Überführung bereits bekannter Verfahren in die industrielle Praxis sollen Biologen, Chemiker und Ingenieurwissenschaftler künftig enger zusammenarbeiten.

Ansprechpartner:    
Juniorprofessor Dr. Martin Weissenborn
Tel.: 0345 5582 1380
martin.weissenborn@ipb-halle.de


Publiziert am 3.11.2016