Stipendium: WissenschaftsCampus Halle fördert Designstudentin

 

WCH-Stipendiatin Christin Mannewitz mit ihrer StrohtüteDer natur- und wirtschaftswissenschaftliche Forschungsverbund WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) fördert ab dem 1. November die Studentin Christin Mannewitz von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Studentin in Textildesign untersucht das Potential pflanzlicher (Rest-)Stoffe für die Materialentwicklung und stellte bereits in ersten Versuchen aus landwirtschaftlichen Abfällen kompostierbare Tüten her. Für ein halbes Jahr wird sie für die Realisierung ihrer Masterarbeit monatlich den BaföG-Höchstsatz erhalten.

Mit ihrer Bachelorarbeit hatte Christin Mannewitz mit Hilfe der Technik des Papierschöpfens aus unterschiedlichsten Pflanzenabfällen wie beispielsweise Stroh oder Rahbarbar- und Spargelschalen ein eigenes Material entwickelt, das genug Festigkeit hat, um daraus Taschen oder ähnliche Produkte zu fertigen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden die begonnenen Experimente zur Papierherstellung nun weiterentwickelt. Im Vordergrund steht die experimentelle Auseinandersetzung mit dem Material in Hinsicht auf Ästhetik, Stabilität und Verarbeitung zu einem Produkt. Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft werden weitere, tiefergehende Experimente in Bezug auf Haltbarkeit und Beschichtungen durchgeführt. Die theoretische Auseinandersetzung der Arbeit setzt sich mit den Hintergründen der Bioökonomie, deren Notwendigkeit sowie Kritik auseinander.

Vor dem Hintergrund immer knapper werdender Ressourcen ist es unter anderem erforderlich, die umfassende Nutzung aller Pflanzenteile weiter zu verbessern, um pflanzliche, gesunde Nahrungsmittel und Produkte für die Weltbevölkerung bereitzustellen. Eines der Ziele des WCH als vom Land Sachsen-Anhalt und der Leibniz-Gemeinschaft geförderter Zusammenschluss von Experten auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der Biotechnologie, ist es, die Lehre in diesem Bereich zu stärken und dabei auch transdisziplinär zu arbeiten. Auf Initiative des WCH konnten bisher drei Industriestipendien für Masterstudierende des Studiengangs Nutzpflanzenwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eingeworben werden. Bei dem Stipendium für das Projekt der Burg-Studentin handelt sich um das erste eigens vom WCH vergebene Stipendium.


Publiziert am 30.10.2015