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Neue Rohstoffe für die chemische Industrie: Fraunhofer IWM kooperiert mit Partnern in China

Für das post-fossile Zeitalter sind die chemische und kunststoffverarbeitende Industrie auf Alternativen zu Erdöl und Erdgas angewiesen. Bei der Suche nach Lösungen forciert das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Halle nun seine Zusammenarbeit mit Partnern in China: Heute wurde in Shanghai eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Fraunhofer IWM, dem Shanghai Advanced Research Institute (SARI) und dem chinesischen Chemie-Konzern Huayi unterzeichnet.

 

Mit dem Memorandum of Understanding wird eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit weiter vorangetrieben: In den vergangenen Jahren hatte es bereits mehrere Besuche zwischen China und Mitteldeutschland sowie einen regen Austausch der Wissenschaftler zu Fragen der alternativen Rohstoffversorgung gegeben. Neben dem Fraunhofer IWM spielten dabei auch das Spitzencluster Bioeconomy und das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland eine sehr aktive Rolle. Die neue Vereinbarung wurde im Rahmen einer Delegationsreise des Landes Sachsen-Anhalt nach China im Beisein von Marco Tullner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft, und Ma Xingfa, Vizepräsident der Kommission für Wissenschaft und Technologie in der Regionalregierung Shanghais, ratifiziert.

»Öl und Gas sind die wichtigsten Rohstoffe für die chemische Industrie, aber endliche Ressourcen. Am Fraunhofer IWM zeigen wir mit vielen Ideen und Projekten, wie nachhaltige Lösungen für die Zukunft aussehen können. Das kann gerade für die Unternehmen in Mitteldeutschland einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten und sie zu Vorreitern der Green Economy machen«, sagt Professor Ralf Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer IWM in Halle.

»In der bisherigen Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Mitteldeutschland, etwa durch den Austausch von Studenten, Unternehmensbesuche oder gemeinsame Projekte, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit dem Memorandum of Understanding können wir unsere gegenseitigen Stärken noch besser bündeln«, sagt Professor Yuhan Sun, Videpräsident des SARI, das zur chinesischen Akademie der Wissenschaften gehört. »Eine sichere Versorgung mit Rohstoffen ist elementar für unsere Branche. Die Suche nach Alternativen zu fossilen Ressourcen ist uns deshalb ein wichtiges Anliegen – aus wirtschaftlicher Vernunft und mit Blick auf die Umweltbelastung«, betont Professor Jianhua Wei, Vizepräsident von Huayi, die Bedeutung der Übereinkunft.

Die Vereinbarung sieht vor, zwei gemeinsame Konferenzen zum Thema »Alternative Rohstoffe für die chemische und kunststoffverarbeitende Industrie« auszurichten, 2016 in Shanghai, 2017 dann in Deutschland. Dort werden sich die Fachleute zu Themen wie Bioökonomie, grünem Wasserstoff oder dem Einsatz von Non-Food-Biomasse austauschen.

 

Über das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Die zentrale Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert ist die Nachhaltigkeit aller Lebensbereiche, insbesondere der effiziente Umgang mit begrenzten Rohstoffen. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM betreibt angewandte Forschung im Bereich der Materialeffizienz und ist Impulsgeber, Innovator und Problemlöser für die Industrie und für öffentliche Auftraggeber in den Bereichen Zuverlässigkeit, Sicherheit, Lebensdauer und Funktionalität von Werkstoffen in Bauteilen und Systemen. Die Kernkompetenzen liegen im Bereich der Simulation und Charakterisierung von Werkstoffen bis auf die atomare Skala sowie in der Materialentwicklung.

 

www.iwm.frauenhofer.de


Publiziert am 25.9.2015