_X5A3880

Designpreis Halle 2014: Trinkglas-Kollektion macht das Rennen

So manche Veranstaltung fällt schon mal ins Wasser, das ist keine Kunst. Kunst ist es dagegen, wenn Ideen sprudeln und  das Wasser  Thema und Schauplatz einer Veranstaltung ist, besser noch eines internationalen Wettbewerbs. So geschehen am Dienstagabend. Im altehrwürdigen halleschen Stadtbad wurde vor über 300 geladenen Gästen der diesjährige Designpreis zum Thema „Wasser“ vergeben. Die nominierten Entwürfe stammen dabei aus acht Ländern, darunter Spanien, Frankreich, Israel, Indien, Südkorea, Österreich, Schweiz und Deutschland. Auch Halle ist vertreten. Sie werden bis zum 22. Juni in einer Ausstellung im Stadtbad zu sehen sein.

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis wird alle drei Jahre vom Designpreis Halle e. V. ausgelobt und gemeinsam mit der Stadt Halle, der regionalen Wirtschaft und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle vergeben. In  diesem Jahr wurden herausragende gestalterische Produkte, Ideen und Konzepte zum Thema „Wasser“ prämiert. Entwürfe aus aller Welt, die sich intensiv und fantasievoll mit dem Rohstoff Wasser, der Quelle des Lebens auseinandersetzen.

Die mit renommierten Fachleuten besetzte Jury nominierte 19 Wettbewerbseinreichungen für den Preis und die Ausstellung und wählte unter diesen die Preisträger aus. Neben einem ersten Platz wurden zwei zweite Plätze und vier Anerkennung vergeben. Produkte zur Verbesserungen des Alltags sind ebenso dabei wie neue Kommunikationsstrategien, aber auch soziale und ökologische Projekte oder Entwürfe, die so genanntes „schlechtes Wetter“ in eine angenehme Erfahrung verwandeln können.

Der erste Preis ging an den Kölner Kommunikationsdesigner Emanuel Steffens, der mit der Trinkglas-Kollektion „Trinken statt tragen“ aus Leitungswasser eine Marke machen möchte. Der zweite Preis wurde zwei Mal vergeben. Estel Alcaraz Sancerni aus Barcelona entwickelte faltbare Regenstiefel; Shira Keret aus Israel gestaltete Servierplatten und Gefäße aus Carrara-Marmor, die die Morphologie eines vom Wasser geformten Gesteins tragen. Die vier Anerkennungen gingen an Gestalter aus Paris, Hamburg, Münster und Troyes (Frankreich).

Bereits die Auslobung war ein großer Erfolg. Es wurden rund 340 Bewerbungen aus 41 Ländern nach Halle gesendet. Die Jury zeigte sich nicht nur von der Internationalität des Wettbewerbs mit Einsendungen aus allen Kontinenten beeindruckt, sondern vor allem durch den spürbaren Wunsch der Designer, sich mit dem Element Wasser intensiv auseinanderzusetzen, die Lebensqualität zu verbessern, unsere Lebensweisen – und sei es mit Humor oder Poesie – zu verändern.

Die im Zuge der Preisverleihung eröffnete Ausstellung des Designpreis Halle zeigt vom 4. bis 22. Juni 2014 die Arbeiten aller nominierten Bewerber im Stadtbad. Kurator Prof. Vincenz Warnke von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sucht für den alle drei Jahre stattfindenden weltweiten Wettbewerb jeweils themenbezogen einen besonderen Ort in der Stadt aus, um auf ihn „zeitweise einen Scheinwerfer“ zu richten. Im Fall des ehemaligen Umspannwerks am Hallmarkt führte dies zur Reaktivierung und zeitgemäßen Umnutzung des Gebäudes. Mit Unterstützung des Oberbürgermeisters Dr. Bernd Wiegand gelang es, diesmal das Stadtbad zu nutzen, ein Baudenkmal über dessen Zukunft gegenwärtig intensiv diskutiert wird.

Ausstellung Designpreis Halle 2014:

Ort: Stadtbad Halle, Schimmelstraße 1, 06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten: Mo-Fr 14-19 Uhr, Sa/So 10-19 Uhr, Eintritt frei

Zeit: 4. bis 22. Juni 2014,


Publiziert am 4.6.2014